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Sockelverteidigung

Strafverteidigung bei Kapitalstraftaten

Sie werden sich sicherlich fragen, was eine Sockelverteidigung ist. Von Sockelverteidigung spricht man dann, wenn mehrere Beschuldigte oder Angeklagte eng verbunden sind und gemeinsame Verteidigungsinteressen haben. Dieses gilt zum Beispiel für Angestellte einer Firma, Aufsichtsratsmitglieder, Vorstandsmitglieder oder andere, die aufgrund gemeinsamer Aktivitäten in das Visier der Polizei oder Justiz gekommen sind.

Bei der Sockelverteidigung arbeiten mehrere Verteidiger arbeitsteilig zusammen. Dieses hat den Vorteil, dass nicht jeder Verteidiger alles machen muss. Insbesondere bei Recherchen oder dem Fertigen von Anträgen kann das von erheblichem Vorteil sein.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass bei Gesprächen mit der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht ein ausgewählter Verteidiger die Verhandlungen im Interesse aller Beteiligten führt. Das wesentliche Merkmal ist, dass die Verteidigung als Block auftritt und es somit der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht nicht so einfach möglich ist, die Angeklagten gegeneinander auszuspielen, um so evtl. an Informationen zu gelangen, die auf anderem Wege nicht zu erlangen sind.

Die Sockelverteidigung hat nichts Anrüchiges an sich. Es ist jedoch darauf zu achten, dass jeder Verteidiger nur seinem Mandanten gegenüber verpflichtet ist. Nur seine Interessen hat er zu wahren. Eine Sockelverteidigung kann deshalb höchstens so lange funktionieren, wie sich die Interessen der Beschuldigten/Angeklagten decken.

Bei einer Interessenkollision muss der Verteidiger die „Notbremse“ ziehen und mit seinem Mandanten die Sockelverteidigung verlassen. Das Schwierige an der Sockelverteidigung ist der Umstand, dass Strafverteidiger Einzelkämpfer (in jedem all aber Individualisten) sind, die es nicht gewöhnt sind verlässlich in einem Team zu arbeiten. Instinktiv „beißen“ sie gelegentlich auch nach rechts und links, in die Reihen der Mitverteidiger, in der Hoffnung, so ihrem Mandanten zu dienen.

Der Erfolg einer Sockelverteidigung steht und fällt mit der Beziehung, die die Verteidiger untereinander haben. Die Chemie muss stimmen. Der Organisator der Sockelverteidigung muss folglich über einen „Pool“ an Kollegen verfügen, die er für eine Sockelverteidigung empfehlen kann.